Was den Anästhesie-Dienstplan schwierig macht
Ein Anästhesie-Dienstplan verbindet mehrere Dienstformen: den Bereitschaftsdienst im Haus, die Rufbereitschaft der Oberärztinnen und Oberärzte, dazu oft Intensivstation, Kreißsaal und Notarztdienst. Jede hat eigene Zeiten und Teilnehmende, und nach jedem langen Dienst muss die Ruhezeit im Plan stehen. Wird am Donnerstag getauscht, fehlt am Freitag womöglich die Ruhezeit, oder eine Oberärztin rutscht über die tarifliche Monatsgrenze für Rufbereitschaften, ohne dass es auffällt. Und am Ende will das ganze Team sehen, dass Nächte, Wochenenden und Feiertage gerecht verteilt sind.
Vordergrund- und Hintergrunddienste so verzahnen, dass jede Nacht abgedeckt ist
Ruhezeiten nach Bereitschaftsdienst und nach Einsätzen in der Rufbereitschaft einhalten
Monatsgrenzen für Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaften je Person im Blick behalten
Nächte, Wochenenden, Feiertage und Prämedikationsambulanz gerecht aufteilen
Mit Momentum
Was sich für die Dienstplanung der Anästhesie ändert
alle Dienstformen der Abteilung in einem Plan, zusammen mit den Tagdiensten
Ruhezeitregeln bei der Planerstellung angewandt, mit einem Hinweis, wenn eine manuelle Änderung sie verletzt
Zähler für Dienste, Rufbereitschaften, Wochenenden und Prämedikation, die das ganze Team einsehen kann
bis zu 90 % weniger Zeit für die Verwaltung der Dienstpläne (Notaufnahme des CHIREC, Belgien, Fallstudie Mai 2025)
„Heute ist alles an einem Ort und über das Internet zugänglich. Als Momentum-Administrator für die Notfallmedizin habe ich nichts weiter zu tun, als mich anzumelden, um auf alle Anfragen der Ärztinnen und Ärzte zuzugreifen und meine Dienstpläne zu verwalten.“
Vordergrund und Hintergrund in einem Plan
Bereitschaftsdienst im Haus für Assistenz- und Fachärztinnen und -ärzte, oberärztliche Rufbereitschaft von zu Hause, Intensivstation, Kreißsaal, Notarztdienst: Jede Dienstform bekommt in Momentum ihre Zeiten, ihre Teilnehmenden und ihre Regeln. Alle stehen im selben Plan wie die Tagdienste, sodass niemand mehr eine Dienstliste mit einem zweiten Plan abgleichen muss.
Nach TV-Ärzte darf ein Dienst mit Bereitschaftsdienst unter weiteren Voraussetzungen bis zu 24 Stunden dauern, wenn mindestens die Zeit über acht Stunden als Bereitschaftsdienst geleistet wird (TV-Ärzte/VKA § 10 Abs. 2, TV-Ärzte/TdL § 7 Abs. 4). Im Kalendermonat sind grundsätzlich höchstens vier Bereitschaftsdienste zu leisten, in einem Monat je Quartal fünf (VKA § 10 Abs. 10, TdL § 7 Abs. 5a).
Ruhezeiten, bei der Planerstellung angewandt
Nach mehr als zwölf Stunden Arbeitszeit folgt unmittelbar eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden (§ 7 Abs. 9 ArbZG). Kürzungen der Ruhezeit durch Einsätze in der Rufbereitschaft, die nicht mehr als die Hälfte der Ruhezeit betragen, dürfen in Krankenhäusern zu anderen Zeiten ausgeglichen werden (§ 5 Abs. 3 ArbZG).
Einmal hinterlegt, gelten Ihre Ruhezeitregeln bei jeder Planerstellung. Teilt jemand von Hand eine Kollegin in ihre Ruhezeit ein, weist Momentum darauf hin; der Verlauf der Ruhezeiten bleibt nachvollziehbar.
Rufbereitschaft der Oberärztinnen und Oberärzte
Im TV-Ärzte/VKA sind höchstens 13 Rufbereitschaften im Kalendermonat zu leisten, und wer auch Bereitschaftsdienste macht, wird verrechnet: Bei zwei Bereitschaftsdiensten bleiben in Vollzeit höchstens sieben Rufbereitschaften, bei vier keine (§ 10 Abs. 8 und 12). Im TV-Ärzte/TdL darf ein Dienst mit Bereitschaftsdienst über acht Stunden nicht mit einer unmittelbar anschließenden Rufbereitschaft kombiniert werden; Ausnahmen gibt es nur für unbefristet Beschäftigte nach der Wartezeit des Kündigungsschutzgesetzes und mit schriftlicher Vereinbarung (§ 7 Abs. 4).
In Momentum hat jede Person Zähler für Rufbereitschaften und Bereitschaftsdienste, die bei jedem Tausch aktuell bleiben. So sieht die Planung früh, wer sich einer Grenze nähert.
Prämedikation, Qualifikationen und Weiterbildung
Die Prämedikationsambulanz und andere Tagesaufgaben verteilen Sie über Quartal oder Jahr nach Ihren Regeln; jede Ärztin und jeder Arzt sieht den eigenen Stand. Vorgeschlagen wird nur, wer die nötige Qualifikation für einen Dienst hat, etwa für Intensivstation oder Kreißsaal.
Assistenzärztinnen und -ärzte in der Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Anästhesiologie planen Sie als eigene Gruppe mit eigenen Diensten und Regeln, im selben Plan wie Fach- und Oberärztinnen und -ärzte.
Fairness mit Zählern
Wer wie viele Nächte, Wochenenden, Feiertage, Prämedikationstage und belastende Dienste hatte, zeigen Zähler, die das ganze Team sieht. So entscheidet die Planung auf Basis gemeinsamer Zahlen und nicht aus dem Gedächtnis, und jede und jeder kann die Verteilung prüfen.
Planungswünsche und Hausregeln setzen auf dieser Grundlage auf, statt sie zu ersetzen.
Planungswünsche, Dienstbörse, App und Lohnexport
Urlaub, Verfügbarkeiten und Planungswünsche geben Ärztinnen und Ärzte in der App für iPhone und Android ein. Freie Dienste übernehmen sie über die Dienstbörse, Tausche schlagen sie selbst vor, und jede Anfrage ist dokumentiert. Bevor die Planung zustimmt, sieht sie, was sich im Plan ändert.
Nach der Veröffentlichung synchronisiert sich der Plan mit den persönlichen Kalendern; ändert sich ein Dienst, bekommen die Betroffenen eine Benachrichtigung. Geleistete Stunden, Überstunden und Urlaub laufen im selben Werkzeug, und die Lohnabrechnung erhält einen Export ohne erneute Eingabe.
Aus der Praxis
Seit mehr als 15 Jahren planen Gesundheitseinrichtungen ihre ärztlichen Dienste mit Momentum, heute mehr als 250 an über 1.000 Standorten in 9 Ländern. Am CHU d’Angers (Frankreich) begann es in der Anästhesie; später kam die Notfallmedizin mit 52 Ärztinnen und Ärzten zwischen Notaufnahme und SAMU dazu, Kunde seit 2021 (Fallstudie 2023).
Häufige Fragen
Ersetzt Momentum das Anästhesie-Informationssystem oder die Narkosedokumentation?
Nein. Narkoseprotokoll und klinische Daten bleiben in Ihren klinischen Systemen. Momentum regelt nur, wer wann welchen Dienst hat, und speichert keine Patientenakten.
Können Bereitschaftsdienst und Oberarzt-Rufbereitschaft gemeinsam geplant werden?
Ja. Vordergrund- und Hintergrunddienste stehen im selben Plan, jeweils mit eigenen Teilnehmenden und Regeln. Jede Änderung ist sofort für alle Dienstformen sichtbar.
Wie viel Ruhezeit gilt nach einem 24-Stunden-Dienst?
Wird die Arbeitszeit über zwölf Stunden hinaus verlängert, folgt unmittelbar eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden (§ 7 Abs. 9 ArbZG). Welche weiteren Regeln gelten, hängt von Ihrem Tarifvertrag und Ihren Dienstvereinbarungen ab. Momentum wendet Ihre Ruhezeitregeln bei der Planerstellung an und weist auf manuelle Änderungen hin, die sie verletzen.
Wie viele Bereitschaftsdienste im Monat erlaubt der TV-Ärzte?
Grundsätzlich höchstens vier im Kalendermonat, in einem Monat je Quartal fünf, darüber hinaus nur bei drohender Gefährdung der Patientensicherheit (TV-Ärzte/VKA § 10 Abs. 10, TV-Ärzte/TdL § 7 Abs. 5a). Im TV-Ärzte/TdL sind für unbefristet Beschäftigte nach der Wartezeit mit schriftlicher Vereinbarung bis zu sieben möglich. Solche Höchstzahlen hinterlegen Sie in Momentum als Regeln der Abteilung; unser Ratgeber stellt beide Tarifverträge nebeneinander.
Werden Assistenzärztinnen und -ärzte in Weiterbildung getrennt geplant?
Sie bilden in Momentum eine eigene Gruppe mit eigenen Diensten und Regeln, stehen aber im selben Plan wie Fach- und Oberärztinnen und -ärzte.
Wie läuft die Einführung?
In regelmäßigen Terminen hinterlegt eine Projektleiterin oder ein Projektleiter von Momentum gemeinsam mit Ihnen die Regeln der Abteilung, etwa Ihre tariflichen Monatsgrenzen, und begleitet die ersten Pläne bis zur Veröffentlichung.
